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Stadt hat verschiedene Optionen geprüft und Szenarien entwickelt

Aktuell ist ein Neubau im Haushalt nicht darstellbar – selbst eine kleine Lösung kostet rund 45 Millionen Euro
Dennoch werden alle Möglichkeiten zur Realisierung eines Eisstadions weiter intensiv geprüft, um auf eventuelle Veränderungen reagieren zu können.

Eine Sanierung der Echte-Helden-Arena ist baulich keine Option. Der Betrieb der Halle und der Spielbetrieb des EHC sollen trotzdem so lange wie möglich gesichert werden.

Die Stadt Freiburg möchte dem Eissport eine langfristige Perspektive eröffnen. Daher wurden seit 2019 intensiv unterschiedliche Optionen für ein neues Eisstadion erarbeitet. Zudem wurden die Möglichkeiten für die dauerhafte Sanierung der Echte-Helden-Arena geprüft. Ausgangspunkt waren dabei stets die Anforderungen des Spiel- und Trainingsbetriebs sowie das Raumprogramm des EHC Freiburg, einschließlich der Vorgaben für den Spielbetrieb der DEL.

„Es tut uns allen wirklich weh. Aber angesichts der Kosten und der aktuell sehr angespannten Haushaltssituation ist ein Neubau im nächsten Doppelhaushalt nicht darstellbar. Doch wir wollen und werden nicht aufgeben, um den Eissport in Freiburg zu retten“, bringt Oberbürgermeister Martin Horn die Lage mit den Bürgermeistern Martin Haag und Stefan Breiter auf den Punkt.

Die Verwaltung hat, gemeinsam mit externen Beratern und Gutachtern verschiedene Szenarien für einen Neubau entworfen und die groben Kosten berechnet. Die Betrachtung ist teilweise standortunabhängig
erfolgt sowie unter Einbeziehung der Ensisheimer Straße und für den Standort an der Messe, zwischen Sick-Arena und Madisonallee. Im Ergebnis ist die Verwaltung überzeugt, dass die Messe der am besten geeignete Standort wäre. Hier gibt es eine bestehende Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur, zudem ist das Grundstück in städtischer Hand.

Es wurden verschiedene Hallengrößen zwischen 3500 bis 5000 Zuschauerplätzen geprüft. Derzeit dürfen 3500 Zuschauer in die Echte-Helden-Arena (Zahl ohne Covid-19-bedingte Einschränkungen). Auch wurde untersucht, wie eine Multifunktionshalle – neben dem Eissport – auch für andere Veranstaltungen zugänglich gemacht werden könnte, beispielsweise für Kulturveranstaltungen, Tagungen oder anderweitige Sportnutzungen. Mit einer Konzeption, die den Eissport als Hauptnutzer festlegt, aber auch andere Möglichkeiten zulässt, könnte die Auslastung verbessert und Synergien mit dem Messe- und Veranstaltungsbetrieb geschaffen werden.

Allerdings stellte sich klar heraus, dass vor kurzem noch kursierende Kostenvorstellungen in Höhe von 20 oder 30 Millionen Euro unrealistisch sind. Eine DEL-taugliche Halle mit zwei Eisflächen und circa 5000 Zuschauerplätzen würde wohl mindestens 68 Millionen Euro kosten. Bei Verzicht auf die zweite Eisfläche wäre von mindestens 57 Millionen Euro auszugehen. Eine Reduzierung der Zuschauerzahl auf circa 3500 sowie ein Verzicht auf Hintertortribünen würde laut der Kostenprognose immer noch mit mindestens 45 Millionen Euro zu Buche schlagen. Alle diese Kosten geben einen auf 2022 hochgerechneten Kostenstand wieder, inklusive 15 Prozent für Unvorhergesehenes. Diese Zahlen umfassen ausschließlich die Kosten für den Hallenkörper. Weitere Aufwendungen, etwa für, Stellplätze, Außenanlagen, Finanzierung oder den Betrieb sind hier noch nicht enthalten. Die Stadt prüft im weiteren Verfahren mögliche Finanzierungsmodelle auch mit Investoren oder etwa mit öffentlich-privaten Partnerschaften.

Die Sanierung der Echte-Helden-Arena an der Ensisheimer Straße ist aufgrund der mangelhaften Bausubstanz, der Brandschutzprobleme und der unzulänglichen Sanitäreinrichtungen keine Option. Um den Eissport weiterhin zu ermöglichen, unterstützt die Stadt den EHC somit auch weiterhin in erheblichem finanziellem Umfang. Für die von der Stadt vorzunehmenden Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten an der Arena müssen jährlich voraussichtlich rund 200.000 Euro veranschlagt werden. Allerdings können deutlich höhere Kosten entstehen.

Vor dem Hintergrund der derzeitigen finanziellen Lage ist nicht davon auszugehen, dass mit dem Ende der Betriebserlaubnis am 30. Juni 2024 ein Neubau realisiert werden kann. Die aktuelle Finanzlage ist derart angespannt, dass viele Einsparungen im Doppelhaushalt 2020/2021 zu erwarten sind. Zusätzliche Investitionen werden somit nicht zu stemmen sein.

Die Stadt ist sich deshalb bewusst, dass alle Anstrengungen darauf gerichtet sein müssen, durch bauunterhaltende Maßnahmen einen sicheren Spiel- und Eislaufbetrieb auch über dieses Datum hinaus zu erreichen und zugleich die Neubauoptionen weiterzuentwickeln. Die Sicherheit der Nutzerinnen und Nutzer hat dabei oberste Priorität, daher kann heute nicht garantiert werden, dass es über 2024 hinaus eine Verlängerung gibt.

Wichtigste Voraussetzung für einen künftigen Grundsatzbeschluss des Gemeinderats ist ein schlüssiges Gesamtkonzept für Organisation, Finanzierung, Realisierung und Betrieb einer neuen Halle. Hinzu kommen planungsrechtliche Fragen sowie ein Konzept zur Verlagerung von St Christoph. Auch und vor allem die Möglichkeit eines Betriebs durch die FWTM spricht für den Standort an der Messe. Ziel ist ein Gesamtkonzept, das beiden Akteuren genügt. Dabei soll der großen Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit im Verein ebenso Rechnung getragen werden, wie der allgemeinen wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Vereins.

Der Gemeinderat wird über das weitere Vorgehen informiert, zudem soll es Beratungen im Sportausschuss, dem Haupt- und Finanzausschuss sowie dem Bauumlegungs- und Stadtentwicklungsausschuss geben. Für die genannten Maßnahmen wird ein Budget von 200.000 Euro im Doppelhaushalt 2021/2022 eingestellt.

Pressemitteilung vom 07.10.2020

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