Freiburg wartet seit 18 Jahren auf die Wiedereröffnung des Freibad West
Das Außenbecken im Westbad wurde 2003 stillgelegt. Aus den Bürgervereinen, der Stadtpolitik, den Parteien und über den Freundeskreis Westbad gab es seitdem viele Vorstöße, eine Wiedereröffnung des Freibads zu erreichen.  Durch den Gemeinderat, wurde erreicht, ab 2021 die „Reaktivierung“ des Freibads anzugehen. Nach 18 Jahren soll nun endlich wieder ein Freibad West entstehen. Leider ist aktuell die Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusse gefährdet.

Wer die „unendliche“ und mittlerweile unglaubliche Geschichte nachvollziehen möchte. Hier eine übersichtliche Darstellung: https://mooswald.org/baustopp-beim-westbad-freibecken/ und https://mooswald.org/9450-2/

Genug erörtert!
Vorangegangen waren jahrelange Diskussionen auf allen Ebenen. Unterschiedliche Modelle auch von privaten Betreibern und die Variante „Naturbad“ wurden untersucht, eine Machbarkeitsstudie gefertigt und die Planung des Freibads ausgeschrieben. Alle Argumente und Meinungen sind dabei vielfach gehört und ausgetauscht worden. Vermutlich wird es im Freiburger Raum kein Vorhaben dieser Größenordnung geben, dass derart intensiv erörtert und von allen Seiten durchleuchtet worden ist. Warum nicht endlich handeln?

Neubau Freibad ist beschlossen
Auf Antrag mehrerer Fraktionen des Gemeinderats wurde dann endlich vor 2019 der Neubau des Freibads beschlossen und die notwendigen Gelder im Haushalt eingestellt. Warum wird der Beschluss nicht in die Tat umgesetzt? 

Antizyklisch handeln, gerade jetzt!
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wie jetzt, kann die öffentliche Hand durch Infrastrukturinvestitionen der schwächelnden Wirtschaft helfen und der Bevölkerung Zuversicht vermitteln. Hier haben wir eine sehr sinnvolle Investition, die ausargumentiert, von breitem Nutzen und beschlossen ist.

Freiburg wächst deutlich, strategisch denken!
Im Jahr 2000 hatte Freiburg ca. 200.000 Einwohner, 2021 ca. 230.00 Einwohner. Nach der mittleren Prognose der Stadt wird Freiburg 2030 ca. 250.000 Einwohner haben. Wenn wir das in einen gesamtstädtischen Rahmen stellen, da sollte ein weiteres Freibad für die stetig wachsende Bevölkerung doch machbar sein.

Quelle: Kleinräumige Bevölkerungsvorausrechnung und Haushaltevorausrechnung für Freiburg 2014 bis 2030 herausgegeben vom Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg im Breisgau https://www.freiburg.de/pb/site/Freiburg/get/params_E-669836480/819327/

Download: Anlage_1

Seepark entlasten!
Der Seepark ist gefühlt deutlich stärker frequentiert als selbst vor wenigen Jahren. Wie das Wochenende vom 29. Februar 2021 eindrücklich demonstrierte.  Hier könnte, zumindest von April bis September, das Freibad samt bis dato ungenutzte Freifläche, einer sinnvollen Nutzung durch planschende Kinder usw. zugeführt werden und für Entlastung sorgen.

100.000 Einwohner im Nahbereich des Bades profitieren.
In den sehr nahen Stadtteilen, Mooswald, Betzenhausen-Bischofslinde, Lehen, Landwasser, Stühlinger, Brühl lebten Stand 2006 ca. 55.000 Menschen. In den auch benachbarten Stadtteilen Herdern, Zähringen, Hochdorf, die alle kein näherliegendes Freibad haben, lebten Stand 2006 nochmal 25.000. In Summe 80.000 Einwohner. 15 Jahre später, mit starkem Wachstum gerade der sehr nahen Stadteilen, ist es bestimmt nicht falsch, wenn wir von rund 100.000 Menschen im Nahbereich ausgehen. Über 40% der Freiburger Gesamtbevölkerung von 2021 wohnen im direkten Einzugsgebiet des Freibad West.

Einwohnerzahlen der Stadteile mit Stand 2006 wurden entnommen aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Einwohnerentwicklung_von_Freiburg_im_Breisgau

Bevölkerung giert nach Licht, Luft und Bewegung
Noch nie war das Freibad so wichtig wie jetzt – das haben wir doch alle spätestens im Corona Sommer lernen dürfen. Weil wir Luft, Licht, Bewegung und Abkühlung suchen. Und keinen Platz in den Bädern finden können. Und die vermeintliche Alternative Baggersee lebensgefährlich sein kann.

Die mit Abstand meisten Ertrunken gibt es in Badeseen und Flüssen: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/5335/umfrage/ertrunkene-nach-ort-des-ertrinkens/

Schüler sollen Schwimmen lernen!
Das geht besonders gut, wenn ausreichend sichere Schwimmmöglichkeiten vorhanden sind. Zum Beispiel ein Freibad, mit Bademeister und Schwimmunterricht. Zumal gerade in nächster Nähe mit den Wentzinger- (1.650 Schüler), Paul-Hindemith- (340), Gerhart Hauptmann-(270) Schulen über 2.200 Schüler unterrichtet werden. Weiteren Freiburger Schulen, die im Sommer gerne auch Schwimmunterricht anbieten wollen, noch nicht einberechnet.
In Freiburg haben wir ca. 6.000 Grundschüler, 3.000 (Werk)Realschüler und 7.500 Gymnasiasten. In Summe schon 16.500 Schüler. Die weiteren Schularten noch nicht berücksichtigt. Wo sollen die alle Schwimmunterricht erhalten?
Quelle: Schulentwicklungs­bericht 2020 der Stadt Freiburg Seite 9 ff. 
https://www.freiburg.de/pb/site/Freiburg/get/params_E-679481242/1616725/Schulentwicklungsbericht2020.pdf

Download: Schulentwicklungsbericht2020

Beweglich bleiben oder werden!
Wenn Sie mit Trainern und Sportlehrern sprechen, einhellige Meinung: Die Anzahl der Kinder, die rückwärts rennen können, nimmt dramatisch ab. Da könnte etwas Sport, etwa an der im Freibad vorhanden Beach Volleyball Anlage und regelmäßiges Schwimmen die Beweglichkeit fördern.

Gesundheitsfachleute formulieren die erforderlichen Maßnahmen eindeutig und in aller Öffentlichkeit: „Die Ergebnisse der AOK-Familienstudie machen nun einmal deutlich, dass sich bei vielen Familien hierzulande etwas bewegen muss. Damit das gelingt, sind drei Punkte besonders wichtig. Erstens: Eltern müssen mit gutem Beispiel vorangehen und körperliche Aktivität als etwas Selbstverständliches in ihren Alltag integrieren. Zweitens: Es müssen hochwertige und wirksame Bewegungsangebote bereitstehen, die für Familien zeitlich und finanziell auch machbar sind. Und drittens, Familien brauchen eine sichere, attraktive und nutzerfreundliche Infrastruktur in ihrem Lebensumfeld.“

Quelle: AOK Familienstudie 2018 Seite 5 ff: https://www.aok.de/pk/fileadmin/user_upload/Universell/05-Content-PDF/aok-familienstudie-2018.pdf

Download: aok-familienstudie-2018

Das Freibad zahlt zielgenau auf die og. Punkte zwei und drei ein! Zum Wohle unserer Kinder und der gesamten Gesellschaft!

Familienfreundlichkeit untermauern
Freibäder haben gerade für Familien viele Vorteile, zumal, wenn Sie wie das Westbad mitten in der Stadt gelegen sind. Das Thema Familie und Kindern, wird von allen wesentlichen Parteien hochgehalten. Hier können schöne Formulierungen aus Parteiprogrammen auch tatsächlich umgesetzt werden. Parolen reichen nicht!

Breite Nutzergruppen profitieren
Nutzergruppen des Freibades gibt es sehr viele. Morgens könnten etwa Sportschwimmer und Schwimmvereine trainieren. Vormittags könnten Schulklassen üben. Nachmittags wäre insbes. Familien, Kinder und Jugendliche im kühlen Nass. Das Freibad hat eine große Breitenwirkung. Viele Menschen hätten einen Nutzen.

Sozialpolitik aktiv gestalten
Die Badschließung trifft besonders Familien, die in schwierigen finanziellen Situationen leben. Wenn manche von uns in fernen Meeren baden, hätten die Daheimgebliebenen ein Ersatzmeer, samt Holiday-Feeling. Jugendliche wären zumindest öfter „weg von der Straße“ und könnten Ihre Energien in geordneten (Schwimm-) Bahnen entfalten. Direkt vor der Haustür, bezahlbar.

Breisach ist schon weiter
In anderen Orten ist man schon weiter: Etwa in Breisach; dort wird das Freibad saniert. Warum soll das in Freiburg nicht gehen?
https://www.badische-zeitung.de/das-breisacher-waldschwimmbad-wird-saniert–188982236.html

Kosten sparen, effizient vorgehen!
Nicht aussitzen. Denn dann müssten die Gutachten und bereits erledigten Vorarbeiten nochmals beauftragt werden. Das Geld können wir uns sparen und sinnvoller einsetzen, etwa dem Bau des Freibads West.

Glaubwürdig bleiben!
Versprechen halten, zum Wort stehen, auch und besonders in rauen Zeiten. Das ist der Anspruch an die politischen Akteure, an dem sie auch gemessen werden. Zuallererst gilt das für den Gemeinderat, der sich doch schon für das Freibad entschieden hat, dann für die Stadtverwaltung, die die Entscheidung nicht umsetzt. Das kann sich der Gemeinderat nicht gefallen lassen. In dieser unbefriedigenden Situation schauen Bürger und Wähler genau hin, wer Vertrauen verdient.

Politische Verantwortung für das demokratische Gemeinwesen tragen!
Gerade in diesen Zeiten kann Politik den Zusammenhalt und das demokratische Gemeinwesen stärken. Durch gute Entscheidungen zum Nutzen vieler Bürger. Leider wird immer wieder der Ruf „der Politiker“ auch durch Fehlverhalten Einzelner ramponiert. Egal von welcher Partei, das verschlechtert den Ruf der Politiker insgesamt. Durch bürgerorientiertes Verhalten kann jeder einzelne Politiker gegensteuern. Konkret und vor Ort.

Mehr zum Thema: Politikverdrossenheit in Deutschland; Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, 2008, insbes. S. 11:
https://www.bundestag.de/resource/blob/411744/c3898daa35546221e4853f2925dae036/WD-1-050-08-pdf-data.pdf

Genug geredet, nun gilts zu handeln!
Deshalb Beschluss umsetzen: Freibad West endlich bauen. 18 Jahre warten ist genug!

Diese Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Sie wurde basierend auf Argumenten des Vereins Westbad von unserem Mitglied Michael Bernhard erstellt.

Pro Freibad West!

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